Chronik

Chronik des Linden – Dahlhauser Schützenbundes 1862 e.V.

1862 bis 1872

 


Der Linden – Dahlhauser Schützenbund ist von Bürgern aus Linden und Dahlhausen im Jahre 1862 gegründet worden. Leider ist heute nicht mehr bekannt wer den Anstoß gab den Verein zu gründen. Überliefert ist lediglich das altbekannte Lindener Namen unter den ersten Mitgliedern auftauchen; dazu gehören: Der lange Schröer ut dän Wiäckelten, der Dicke van dä Egge (Eggemann), der Zimmermann Hesse, Fritz Hestermann,Christian Lutz, Voßnacke, Scheidtmann, Scharpenseel und Commandeur.

Das Vereinslokal war damals die kleine Wirtschaft Dördelmann, „Am Dörln“ genannt; sie stand an der Hattinger Straße zwischen Ferdinand-Krüger-Straße und dem Kesterkamp. Der erste provisorische Schießstand befand sich in der „Heimbecke“ genannt „Hembke“ und lag nahe der Zeche Dahlhauser Tiefbau, dort wo heute die Ferdinand-Krüger-Straße verläuft. Dieser Schießstand, der im Freien lag war das erste Domizil der Schützenbrüder des Linden – Dahlhauser Schützenbundes. Überliefert ist, daß am 6. August 1865 ein neuer Vorstand gewählt wurde, welchem folgende Schützenbrüder angehörten:

 


Jonas, H. Köllermann jun., Franke, C. Hahne, A. Hesse, E. Spennemann,

H. Lutz, Voßnacke, Aug. Schröer, H. Hesse, W. Eggemann jun..


 

Wer welches Vorstandsamt bekleidete ist leider nicht mehr bekannt. Fritz Hestermann war es, der an einem Schießtag im Jahre 1865 eine Büchse mit auf den Schießstand brachte. Bei Stracke in Langendreerholz hatte er sie für 30 Taler gekauft. Es war eine feine Flinte mit Nußbaumschäftung, Stecher und verstellbarem Visier. Auch damals bereits kostete eine gute Büchse viel Geld, denn 30 Taler wogen in der damaligen Zeit schwer. Fritz Hestermann hat damit seinem Hobby gefrönt, denn er war ein großer Jäger vor dem Herrn.

Da der provisorische Schießstand in der „Hembke“ im Freien lag, konnte dies die Schützen auf Dauer nicht befriedigen. Das Bestreben der Schützen ging dahin, einen eigenen gedeckten Schießstand zu errichten. Ein geeignetes Grundstück wurde an der Hilligenstraße gefunden, das dem Bauer Voßnacke gehörte. Das nebenan gelegene, nach der Hasenwinkeler Mulde abfallende Gelände, „die Hei“, trug damals noch reichen Waldbestand.

Es wuchsen dort Eichen und Tannen. In entgegenkommender Weise stiftete Eggemann aus diesen Beständen das Holz für die Schützenhalle. Der Zimmermann Hesse errichtete den Bau, einen Fachwerkbau, der mit Ziegeln gedeckt wurde. In der Halle waren drei Schießstände nebeneinander, sowie eine Kegelbahn. Der Kugelfang und der Damm lagen dort wo früher die Brotfabrik Timmer stand an der damaligen Türkstraße. Der Stand hatte eine Länge von rund 100 Metern. In der Halle standen Tische und Bänke und die Bewirtung hatte Scheidtmann übernommen. Ein Bierkeller durfte natürlich auch nicht fehlen. Hinter dem Haus des früheren Schneidermeisters Lingner grub man einen ca. 10 m tiefen Stollen in die Bergseite, in dem hinter einer starken Tür die Schätze des Wirtes aufbewahrt wurden. Nachdem aber einmal in einer stockfinsteren Nacht Diebe den Keller aufbrachen und ausraubten legte man einen kleinen Keller hinter der Theke in der Halle an.

Mittwochs und Sonntags war Schießen. Je näher das erste Schützenfest herannahte, desto häufiger knallten die Büchsen. In der Nähe der Halle wurde das Schützen- und Festzelt errichtet. In den beiden Gemeinden Linden und Dahlhausen rüstete man sich zum Fest.

Während die Frauen und Mädchen ihre neuen Kleider probierten, die Krinolinen (Reifröcke) in Schuß brachten, gossen die Schützen Kugeln, füllten die Pulverhörner, putzten und ölten die Flinten. Der Beginn des Festes wurde mit 10 Böllerschüssen aus den Böllern des Vereins am Samstag eingeleitet. Am Sonntag fand das Königsschießen statt mit anschließendem Festzug und Königsball. Der König wurde mit der Königskette, an der ein silberner Adler hing, geschmückt.

Mit dem Montag als drittem Festtag ging das Schützenfest zu Ende, aber noch lange blieb die Erinnerung an diese schönen Tage im ganzen Dorf lebendig. Der Verein blühte kräftig, bis nach den für Deutschland so ereignisreichen Jahren 1870/71. In dieser Zeit entstanden überall Kriegervereine, so auch in Linden, wodurch die Schützenvereine in ihrem Fortbestand behindert wurden.

Noch einmal, im Jahre 1872, wurde in Linden ein Schützenfestzusammen mit dem Kriegerverein gefeiert. Schützenkönig wurde damals Christian Lutz. Dann verfiel der Schützenverein und geriet in Vergessenheit. Den silbernen Adler nahm zunächst der damals noch junge Pastor Steiniger in Verwahrung, der ihn später in die Obhut des Amtes Linden – Dahlhausen gab. Hier schlief der Adler lange Zeit, bis er eines Tages zu neuem Leben erweckt wurde.


1929 bis 1930


 

Nach dem Ende des ersten Weltkrieges wurde überall das Leben der Schützenvereine neu erweckt. Rings um Linden reihte sich Verein an Verein und manchmal durchzogen fremde Schützen mit klingendem Spiel die Straßen der Gemeinde. Da entsann man sich auch des schlafenden Linden – Dahlhauser Schützenbundes von 1862. Im Juni des Jahres 1929, in dem Jahr in dem auch die Gemeinden Linden und Dahlhausen nach Bochum eingemeindet wurden, trafen sich einige Lindener Bürger beim Wirt Mönninghoff um den seit mehr als 50 Jahren schlafenden Schützenbund von 1862 wieder ins Leben zu rufen. Der Weckruf fand starken Widerhall und schon nach einigen Tagen hatten sich 100 Schützen eingeschrieben. Am 29. Juni 1929 fand im Lokal Mönnighoff die Gründungsversammlung statt, in der ein Ausschuss gewählt wurde der die weiteren Vorbereitungsarbeiten übernahm.

 


Diesem Ausschuß gehörten an:

Wilhelm Nehring, Gustav Grumm, Alfred Schnier, Wilhelm Fränzer,
Gustav Mönnighoff und Alfred Buchfeld jun..


Zum 30. Juli 1929 berief der Ausschuß eine Vollversammlung ein, auf der ein vorläufiger Vorstand gewählt wurde. Ihm gehörten an:

1. Vorsitz. Dr. Alois Laarmann
2. Vorsitz. Wilhelm Nehring
1. Schriftf. Robert Spengler
2. Schriftf. Alfred Buchfeld jun.
1. Kassierer August Mönnighoff
2. Kassierer Alfred Schnier

Als Beisitzer wurden gewählt:
W. Fränzer; August Mönnighoff; Albert Schwager; Gustav Mönninghoff; August Scharpenseel; Heinrich Nöcker; Friedrich Kraus; Gustav Grumm

Dieser vorläufige Vorstand wurde in der Generalversammlung am 21. September 1929 endgültig bestätigt. Mit Datum vom 20. Dezember 1929 wurde laut Bekanntmachung des Amtsgerichtes Hattingen, der Schützenbund in das Vereinsregister eingetragen. Mit dieser Eintragung wurde ein weiterer wichtiger Schritt im Leben des Schützenbundes getan.

Am 10. März 1929 wurde mit der Gesellschaft „Janus“ in Hamburg erstmals eine Haftpflichtversicherung für 250 Mitglieder a` 35 Pfg abgeschlossen.

Am 24. März 1930 wurde mit dem Lindener Krieger- und Landwehrverein ein Pachtvertrag für die Überlassung deren Schießstandes zum Preise von 250 RM pro Jahr abgeschlossen.

Wie aus dem Jahresbericht 1929/30 zu entnehmen ist, gehörten dem Schützenbund am 20. September 1930 insgesamt 268 Mitglieder an. In dem Berichtszeitraum hatten 12 Mitgliederversammlungen stattgefunden. Es konnte eine Einnahme von 1.637,71 RM verzeichnet werden. Dem stand eine Ausgabe in Höhe von 1.153,19 RM gegenüber. Das erste Jahr nach Wiedergründung wurde mit einem Kassenbestand von 484,52 RM abgeschlossen.


Als weiteres Vereinsvermögen gehörten dem Schützenbund

3 Mauser Karabiner
3 Gewehrfutterale
1 Gewehrkiste
3 grüne Mäntel
8 Schärpen mit Silberfranzen


Als nächster wichtiger Schritt in der Vereinsgeschichte wurde eine Vereinsfahne angeschafft. Am 16. November 1930 fand in einer würdigen Feier die Fahnenweihe statt, die von Stadtrat Stumpf auf dem Marktplatz in Linden vollzogen wurde. Der Fahnenoffizier des Vereins nahm die Fahne mit folgenden Worten in Empfang:


Liebe Schützenbrüder!
Dankend übernehme ich die neue Schützenfahne und hoffe,

sie dem Schützenbund recht oft bei festlichen Umzügen
voranzutragen.
Es ist mir eine Pflicht, diese mir anvertraute Fahne
zu schützen und in Ehren zu halten.
Mögen einst unsere Nachkommen so fest und treu zu ihr halten,
so frohen Herzens und leuchtenden Auges
zu ihr emporblicken, wie wir am heutigen Tage.
Das walte Gott!

In dem sich anschließenden Festzug durch Linden erschienen die Stabsoffiziere zum ersten Mal zu Pferde. Dies war ein besonderes Ereignis für den Verein und für die gesamte Gemeinde. Die Saalfeier bei Scheidtmann, zu der wegenPlatzmangel nur die Vorstände der drei Dahlhauser Schützenvereine geladen worden waren, blieb allen in guter Erinnerung.

 

1931


Als weiteres Symbol des Vereins sollte ein Birkemeier angeschafft werden. Außen rauh, in rissige Borke eingehüllt, die ihm auf dem Leibe gewachsen ist, von innen glatt und schön verpicht, bauchig und rund, so steht er vor uns: „Der Birkemeier“. Was ist er?

Ein Humpen aus dem Stamm einer Birke gedrechselt die im deutschen Wald gewachsen ist, sollt es sein. Und deutsch ist auch der Brauch, dem er dient. Wo sich Schützenbrüder treffen, sei es zur Versammlung oder zur geselligen Feier kreist der Birkemeier mit edlem Gerstensaft gefüllt. Das ist das Treffende: Er kreist im Umtrunk und wird damit zum Symbol der Gemeinsamkeit, der Kameradschaft und der Treue.

Es war ein frohes Ereignis als am 10. Januar 1931 der Vorstand des Vereins in die Donnerbecke zog um in Schwager`s Busch die Birke zu fällen, die der Schützenbruder Oskar Schwager für den Birkemeier gestiftet hatte. Bald schallten die Axtschläge durch den winterlichen Wald. Jeden Axtschlag begleitete ein ausgesprochener Wunsch für die Zukunft.


Das waren die Sprüche:

Wilhelm Nehring:
„In der Hoffnung, daß diese „trockne“ Birke in
Zukunft als Birkemeier dem Schützenbund 1862
nur Einigkeit bringe, vollführe ich den Schlag.“

August Scharpenseel:
„Wir schlagen dich Birke, das zu festlichen Tagen
deine weiße Rinde uns blau leuchten möge.“

Wilhelm Fränzer:
Mit jedem Schlag soll das Gelöbnis in mir Wurzel fassen:
Den Birkemeier demnächst zuerst füllen zu lassen.“

Josef Arens:
„Ich wünsche, daß der Birkemeier die Geselligkeit und
Einigkeit im Schützenbund erhalten und fördern möge.“

Hasselmann:
„In der Hoffnung, daß du in Zukunft als Birkemeier immer recht feucht bleibst,
will ich dir einige mit der Axt wischen.

Heinrich Nöcker:
„Dieser Birkemeier möge dem Schützenbund 1862 In Treue fest“ vorangetragen werden.“

Robert Spengler:
„Möge der Birkemeier, der aus dieser Birke entstehen soll,
unter der Devise gebraucht werden:
„Wir Schützen weihen Herz und Hand der Heimat und dem Vaterland.“
Alfred Schnier:
„Mögen die Kassenverhältnisse so stark und kräftig werden,
das selbst der Birkemeier die Kasse nicht sprengen kann.“

Gustav Mönninghoff:
„In der Hoffnung, das wir beide treue Freunde werden:
Treue um Treue! (da lag hä ob`n Buk).“

Karl Porck:
„Wie die Birke so weiß und rein, soll der Birkemeier sein.“

C. Dahlhaus:
„Dieser Birkemeier soll, wenn die Stimmung eintrocknen sollte,
die nötige Fröhlichkeit durch seine Feuchtigkeit geben.“

Heinr. Wirt zur Osten:
„Als Bote des Bundes bin ich dabei, den Birkemeier zu schaffen, fleißig und treu.“

Heinrich Klein:
„Als Letzter möchte ich nicht verfehlen, auch meinen Segen dabei zu geben.“

Oskar Schwager sagte als der gefällte Baum auf dem Wagen lag:
„Der Stamm ist jetzt geschlagen. Als Stifter des Stammes wünsche ich,
daß der Birkemeier von den nachkommenden Generationen in Ehren gehalten wird.“

Am 9. Mai 1931 übergab Oskar Schwager den fertigen Birkemeier mit den Worten:
„Ich kann heute mein Versprechen einlösen, das ich gab, als die Birke zum Birkemeier gefällt worden war.
> Wo Isen lett und Koallen wast, do sind ok Lü, de do bi paßt. <
Aber heute soll es heißen:
> Wo Birkenböme bi us wast, do sind ok Schützen, dä do bi passt.<
Hiermit überreiche ich dem Schützenbund den fertigen Birkemeier. Möge er dem Schützenbund für lange Zeit ein Zeichen der Einigkeit und Treue sein.“

Der Schützenbruder Robert Spengler hatte zu diesem Anlaß sogar ein eigenes Birkemeierlied geschrieben. Nach der Melodie: „Was blasen die Trompeten“ heißt es:


1. Im heimatlichen Walde der Birkemeier stand, jetzt soll in froher
Runde er gehen von Hand zu Hand, er soll noch fester binden die
ganze Schützenschar, er soll uns fröhlich spenden den Trunk so
frisch und klar. Mit „Gut Schuß“ ihr Schützenbrüder, tut kräftig
einen Zug! Der setz den „Meier“ nieder, der spürt er hat genug.

2. Doch, sagt der Birkemeier zu allen, die daran ziehn, das er –
trotz froher Feier – zum Anstand will erziehn, das er zum
Saufgelage nie spende seinen Trunk, das Junge werden Männer,
das Alte werden jung. Mit „Gut Schuß“ ihr Schützenbrüder, tut
kräftig einen Zug! Der setz den „Meier“ nieder, der spürt er hat genug.

3. So wird der Birkemeier ein starkes Bindeglied, das uns sei lieb
und teuer und alle fest umzieht! Noch mancher junge Schütze mög
froh ihn trinken aus, der laut und stolz bekenne: Mein Vater trank
schon draus! Mit „Gut Schuß“ ihr Schützenbrüder, tut kräftig einen
Zug! Der setz den „Meier“ nieder, der spürt er hat genug.


Welcher Schützenverein kann schon sagen, das er ein eigenes Lied für seinen Birkemeier hat?! Neben der Anschaffung des Birkenmeiers soll nicht unerwähnt bleiben, das in diesem Jahr auch ein Fahnenschrank für die neue Fahne angeschafft wurde, der seinen Platz im Gastzimmer des Vereinslokals fand.

Im September 1931 gehörten dem Verein 275 Mitglieder an. Die Kasse wies einen Bestand von 391,58 RM aus. Die größte Aufgabe, die der junge wiedererstandene Verein sich stellte, war die Schaffung eines eigenen Schießstandes. Ein geeignetes Gelände wurde in der Donnerbecke erstanden. Hier sollte durch tatkräftigen Einsatz der Mitglieder eine Anlage geschaffen werden, die allen Anforderungen genügte welche an einen Schützenverein gestellt werden.


1932

Das Jahr 1932 stand ganz im Zeichen des Schießstandbaus in der Donnerbecke. Dies war natürlich mit großen finanziellen Belastungen für den Verein verbunden. So ist es nicht verwunderlich, das trotz eines Mitgliederbestandes von 262 Schützen, die Kasse am 9. September 1932 nur noch ein Guthaben in Höhe von 2,67 RM aufwies. Bezahlt wurden die Hälfte des Geländes, die Planungskosten, die Vermessungskosten sowie die Gebühren für die baupolizeiliche Erlaubnis zum Bau des Schießstandes.

1933

Überschattet wird das Jahr 1933 durch den Rücktritt des 1. Vorsitzenden Dr. Alois Laarmann mit Schreiben vom 20.03.33. Der Schützenbruder legte sein Amt aus politischen Gründen nieder, blieb aber weiterhin Mitglied des Vereins. Zum 1. Vorsitzenden wurde Wilhelm Nehring gewählt. Der Mitgliederbestand ging auf 245 Schützen zurück. Die Kasse hatte am 07.09.33 einen Bestand von 4,76 RM. Allerdings waren Rechnungen in Höhe von 506,03 RM noch nicht bezahlt.

Sowie das Jahr 1933 für die deutsche Geschichte unauslöschlich ist, so wird auch dieses Jahr für den Linden – Dahlhauser Schützenbund nicht in Vergessenheit geraten. Der Bau des Schießstandes konnte abgeschlossen werden. Am 30. Juli 1933 konnte dieser Schießstand eingeweiht werden

Nachstehend ein Abdruck des Originalzeitungsartikels:
Zeitungsartikel vom 31. Juli 1933

Anläßlich der Schießstand-Einweihung in der Donnerbecke

Der Linden – Dahlhauser Schützenbund 1862 hatte am Sonntag seinen großen Tag, an dem der neue Schießstand in der Donnerbecke eingeweiht wurde. Er bildet in seiner Gesamtlage die schönste derartige Stätte innerhalb unserer Großstadt. In einem reizendem Tälchen ist er gelegen. Der Unterkunftsraum, der etwa 200 Personen Platz bietet, ist ganz nach dem Schweizer Stil gebaut worden. Die Außenwände zieren zu beiden Seiten große Hirschgeweihe. Die Zugangsstraßen zum Schützenstand waren mit Ehrenwagen reichlich geschmückt. Fast von jedem Haus wehten die blau-weißen Schützenfarben. Am Festzug am Sonntagnachmittag nahmen die Schützenvereine von Linden und Dahlhausen teil, u. a. auch der Stahlhelmbund, die SM, sowie der Schützenverein „Diana“ Weitmar, Bürgerschützenverein Bochum-Werne und Schützenverein Laer. Schützenoberst Nehring hielt die Begrüßungsansprache in der u.a. Stadtrat Stumpf sowie den Verteter des Polizeikommandeurs Polizeihauptmann Hohendahl sowie sämtliche erschienen Schützenvereine und die SM begrüßte. Hier auf übergab Stadtrat Stumpf mit seiner Ansprache dem Linden – Dahlhauser Schützenbund 1862 den neuen Schießstand. Der Verein habe das Werk aus eigenen Mitteln und eigener Arbeit vollendet in schwerer Zeit. Unserer nationalen Regierung und Adolf Hitler seien wir zu besonderem Dank verpflichtet, die sich fördernd für die Schützensache eingesetzt haben. Der Gesang des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes folgte. Darauf wurden von Stadtrat Stumpf mit 10 Ringen, Polizeihauptmann Hohendahl mit 11 Ringen, Schützenoberst Nehring mit 10 Ringen und dem Vereinältesten, dem Gründer des Linden – Dahlhauser Schützernbundes, Hestermann , einem alten Mann von 85 Jahren mit 12 Ringen, die Ehrenschüsse abgegeben. Es folgte ein Vereinsschießen. Die Schützengilde Unter-Dahlhausen konnte mit 175 Ringen den Sieg davon tragen.

1934


Im August 1934 wurden aufgrund der politischen Situation in Deutschland die Vereine des Linden Dahlhauser Schützenbundes 1862 und des BSV Andreas Hofer 1928 zu einem Verein zusammengeschlossen. Unter der Bezeichnung „Linden Dahlhauser Schützenbund 1862“ entstand ein Verein mit zwei Kompanien, welche im Grund unabhängig voneinander ihr Vereinsleben weiter führten.

Der nachstehende Abdruck eines Zeitungsartikels 1934 berichtete von diesem Ereignis:


Zeitungsartikel vom 14. August 1934 anläßlich der Vereinigung des Linden –
Dahlhauser Schützenbundes 1862 und des Schützenvereins „Andreas Hofer“.

Eine wichtige Tagung hielten am Samstag die Mitglieder des Schützenbundes 1862 Linden – Dahlhausen und des Schützenvereins „Andreas Hofer“ im Lokale des Schützenbruders Mönninghoff in Bochum-Linden ab in deren Mittelpunkt die Beschlußfassung über die Vereinssatzung der beiden Vereine stand. Nachdem der stellvertretende Vereinsführer Major Arens die Tagung in Vertretung des Obersten Nehring mit herzlichen Grußworten eingeleitet hatte, wurde in besonderer Weise des verstorbenen Reichspräsidenten und Reichsfeldmarschalls Hindenburg gedacht. Dann wurde über die Zusammenlegung der beiden genannten Vereine beraten. Der neue Verein, der den Namen „Linden –Dahlhauser Schützenbund 1862“ tragen und ein Bataillon mit zwei Kompanien sein soll.



1937


Im Herbst 1936 wurden unter den Mitgliedern zum ersten Mal Stimmen laut, die 75-jährige Gründungsfeier des Schützenbundes im Sommer 1937 mit einem großen Zeltschützenfest zu krönen.


Der Schützenbruder Robert Spengler textete zu diesem Anlaß folgende Zeilen:

Fällt dereinst auch der Königsschuss
und der Vogel stürzt jäh von der Stange,
dann folgen mit frohem Schützengruß
wir dem König mit stolzem Gesange:

„Wir Schützen weihen Herz und Hand
der Heimat und dem Vaterland!“




Vom 7. – 9. August 1937 wurde dieses Schützenfest auf Schwagers Wiese an der Lindener Straße bei strahlendem Sonnenschein abgehalten und wurde zu einem wahren Volksfest, über das noch lange begeistert gesprochen worden ist. Schützenkönig wurde Dr. Alois Laarmann und als Schützenkönigin erkor er sich Frau Selma Wolff

Ein Königspaar wie es sich der Schützenbund nicht besser wünschen konnte und das viel dazu beigetragen hat, daß dieses Fest so hohe Wogen der Begeisterung und der Freude hervorgezaubert hat.

Wer konnte damals ahnen, daß diesem Höhepunkt in der Geschichte des wiedererstandenen Schützenbundes bald ein jäher Sturz folgen sollte, als zwei Jahre später der unglückselige zweite Weltkrieg ausbrach.

Am 16. April 1944 fand die letzte Versammlung als Jahreshauptversammlung statt, auf der bekannt gegeben wurde, daß wegen der ständig wachsenden Fliegergefahr vorläufig keine Versammlungen mehr abgehalten würden. Der Schützenbund zählte zu diesem Zeitpunkt 311 Mitglieder, davon standen 115 bei der Wehrmacht. Viele von ihnen sind nicht mehr in die Heimat zurückgekehrt und ein Opfer dieses Krieges geworden. Ihr Andenken werden wir stets in Ehren halten.


Der Wiederaufbau


Nach dem Zusammenbruch 1945 schien es, als sei das Vereinsleben in Deutschland für immer vorbei. Als jedoch nach Jahren die Verbote gegen das Bestehen von Vereinen seitens der alliierten Behörden gelockert bzw. aufgehoben wurden, entstanden bald wieder neben den Turn-, Sport- und Gesangvereinen auch wieder die Schützenvereine. So wurde auch in Linden von den Mitgliedern beschlossen den Linden – Dahlhauser Schützenbund 1862 wieder ins Leben zurückzurufen. Aus der Zeit zwischen 1946 und 1951 sind folgende Aktivitäten bekannt:

Die alten Mitglieder des Schützenbundes sowie interessierte Lindener Bürger wunderten sich über die Demontage des Schießstandes in der Donnerbecke. Nach der Beschlagnahme durch die Militärbehörde war der Schießstand mit seinem Gebäude an einen Mieter namens Sajewitsch als Wohnung übertragen worden. Durch diese Beschlagnahme wurde ein Pachtvertrag, der am 20. Mai 1946 zwischen dem ehemaligen Vereinsführer Wilhelm Nehring und Paul Moll in Linden, Hattinger Str. 840 geschlossen worden war, hinfällig. So wurde die Schießhalle und die Traversen nicht nur nicht weiter gepflegt, sondern teilweise abgebrochen bzw. gestohlen.

Am 3. Juli 1949 meldete sich endlich der eingesetzte Treuhänder namens Fox, um sich mit Wilhelm Nehring zu treffen um sich über den Schießstand zu unterhalten. Wilhelm Nehring nahm den Termin allerdings nicht wahr, sonder übergab den Brief dem Schützenbruder Rechtsanwalt Vogelbruch, der sich um die Angelegenheit kümmern sollte. Dieser lud die Schützen aus der I. und II. Kompanie zu einer Besprechung am 5. August nach Mönninghoff ein. An diesem Gespräch nahmen teil die Schützenbrüder Scharpenseel, Porck, Schnier und Spengler von der I. Kompanie und die Schützenbrüder Becker, Braun und Hülsmann von der II. Kompanie.

Rechtsanwalt Vogelbruch verlas den Brief des Treuhänders Fox und führte aus, daß der Schießstand von Unbefugten betreten und beschädigt worden sei und manches gestohlen worden sei. Besonders schlimm habe der Mieter Sajewitsch im Gebäude gewirtschaftet. Nun sei es nicht ausgeschlossen, daß über kurzoder lang die Beschlagnahme aufgehoben würde und der Mieter aus dem Schießstandgebäude ohne Sachschadenregulierung ausziehen würde. Unter diesem Aspekt wurde beschlossen den Schützenverein nach dem Stand von 1932 wieder ins Leben zu rufen und neue Satzungen ohne politische Bindung zu entwerfen.

Alle Anwesenden stimmten zu, mit dem Willen im Herzen, den Schützenbund wieder zu neuem Leben zu erwecken.

So fanden am 7. und 21. Juli 1951 vorbereitende Versammlungen statt, denen am 15. September 1951 eine Hauptversammlung folgte auf welcher der neue Vorstand gewählt wurde.


Gewählt wurden als:

1. Vorsitz. Wilhelm Nehring

2. Vorsitz. Hubert Arens

1. Schriftf. Robert Spengler

2. Schriftf. Emil Hestermann

1. Kassierer Karl Porck

2. Kassierer Heinrich Vogelbruch

Als Beisitzer wurden gewählt:
August Scharpenseel, Heinrich Stemmann, Rudolf Steinbach, Fritz Krampe, Heinrich Nöcker, Heinrich Jobmann und Josef Trompeter.



Es wurde auch beschlossen, den Schützenbund nicht weiter mit zwei Kompanien zu führen. Den Schützen der II. Kompanie wurde angeboten dem Schützenbund als neue Mitglieder beizutreten.

 

 

1952


Die Mitgliederzahl des Vereins stieg stetig weiter an. Ende März 1952 waren es bereits 189 Mitglieder. Da mit dem Jahre 1952 die 90. Wiederkehr des Gründungsjahres des Vereins gekommen ist, wurde beschlossen, trotz der schweren Zeit, vom 5. – 7. Juli wieder ein Zeltschützenfest mit Königsschießen abzuhalten.

Das Festzelt wurde auf dem Bunker am Lindener Marktplatz aufgebaut. Das Königsschießen fand auf dem Schießstand in der Donnerbecke statt. Vor Beginn des Schießens gingen die Offiziere unter der Führung von Schützenoberst Wilhelm Nehring zum Friedhof um am Grabe des Schützenkönigs von 1937, Dr. Alois Laarmann, einen Kranz niederzulegen.

Gustav Wilhelm Timmer war es, der den Vogel von der Stange schoß. Als Schützenkönig Wilhelm I. zog er mit seiner Königin Frau Ruth Wolff am Abend in das Festzelt ein. Nach der feierlichen Königsproklamation wurde bis in den frühen Morgen getanzt und gefeiert. Am Sonntag fand dann der große Festumzug durch Linden statt.

Das Königspaar fuhr in einem von vier Pferden gezogenen Wagen an tausenden von Zuschauern vorbei durch die Gemeinde. Vor der katholischen Kirche in Linden nahm das Königspaar den Vorbeimarsch der Schützen ab.

Während die Erwachsenen sich im Festzelt vergnügten, hatten die Kinder ihren Spaß an der kleinen Kirmes, die auf dem Marktplatz aufgebaut war. Als eine seiner wichtigsten Aufgaben sah der neue Schützenkönig unter tatkräftiger Mithilfe von Wilhelm Nehring sen. und August Scharpenseel ihre ganze Kraft für den inneren und äußeren Aufbau des Schützenbundes einzusetzen. In erster Linie galt es den Schießstand in der Donnerbecke wieder aufzubauen.

So wurde nach dem Schützenfest mit Hochdruck an der Fertigstellung des Schießstandes gearbeitet. Zur Abrundung des Geländes und für die spätere Verwirklichung weiterer Planungen, wie die Errichtung eines Kinderspielplatzes, das Anlegen von Terrassen usw. wurden zwei weitere Geländestreifen erworben.

Mit dem Erwerb der ersten Parzelle ist auch die Benutzung des Zufahrtweges von der Straße „An der Donnerbecke“ bis zum Schießstand hin sichergestellt worden. In harter Arbeit wurde nicht nur der 50 m-Stand sondern auch ein 150 m-Stand errichtet.

König Wilhelm I. legte großen Wert auf die Förderung des Nachwuchses. Dank seiner Initiative wurde eine Königsgarde aus ganz jungen Schützen ins Leben gerufen. Diese Königsgarde hat bei ihrem Auftreten in der Öffentlichkeit dem Schützenbund viel Ehre eingebracht. Neben dieser Königsgarde bestand die Gruppe der Jungschützen. Diese wurde allerdings durch den frühen Tod ihres Betreuers, des Leutnant Bick, in der Fortentwicklung wesentlich gehemmt.

Durch eine Neuorganisation ist sie aber wieder zu neuem Leben erweckt worden und berechtigte zu den schönsten Hoffnungen.

Führer der Gruppe der Jungschützen war der Fähnrich Horst Rhönisch. Als Exerzieroffizier stellte Leutnant Kortmann seine Kenntnisse zur Verfügung. Mit großem Eifer wurde geübt und exerziert und immer konnten die Jungschützen bei allen Ausmärschen den besten Eindruck hinterlassen.

Die alte silberne Wander-Meisterschützenkette galt auch lange Zeit als verloren. Das Vereinsmitglied Paul Moll hatte dankenswerter Weise schon eine neue Kette gestiftet, als die alte Meisterkette wiedergefunden wurde. Die neu angeschaffte Kette wurde den Jungschützen als Wanderkette übergeben. Die ersten Träger der Ketten waren bei den Jungschützen Hubert Trompeter junior und bei den Schützen Ewald Huppert.


1953

Im Februar des Jahre 1953 wurde in Schwagers Busch eine Birke gefällt zur Herstellung neuer Birkenmeier. Auf einem festlich geschmückten Wagen, der dem Vereinsmitglied Franz Mersch gehörte, wurde der Birkenstamm unter Begleitung des Spielmannzuges und gefolgt von den Schützen nach Linden gefahren. Der alte Birkemeier aus dem Jahre 1931 ging im zweiten Weltkrieg, wie auch viele weitere Dinge und Unterlagen des Vereins, verloren.

1954 – 1955

Die Jahre nach dem Schützenfest 1952 standen ganz im Zeichen des Neuaufbaues des Schießstandes und des Vereinsheimes. Das ursprüngliche Ziel den Schießstand bis zum Schützenfest im Jahre 1955 fertigzustellen, konnte leider nicht erreicht werden. Aber es gelang dem damaligen Vorstand für das Königsschießen im Jahre 1955 eine Sondergenehmigung zu erhalten. So konnte im Jahre 1955 das Königsschießen auf dem kurz vor der Fertigstellung befindlichen Schießstand in der Donnerbecke erfolgen. Den Königsschuß gab der Schützenbruder Heinrich Waskönig ab. Er wählte als seine Königin Ilse Nehring.

1957


Das Jahr 1957 war für den Linden – Dahlhauser Schützenbund und für die

Schützenvereine im Bochumer – Südwesten ein sehr wichtiges Jahr. Die Vertreter von folgenden 9 Schützenvereinen entschlossen sich die Ringgemeinschaft der Schützenvereine ins Leben zu rufen:


BSV 03 Dahlhausen

BSV Blau-Weiß 05 Oberdahlhausen

Schützengilde Dahlhausen

BSV Andreas Hofer 1928

BSV Munscheid 1891

BSV Weitmar – Bärendorf 1874

Schützenverein Diana Sundern 1907

BSV Weitmar – Mitte

Linden – Dahlhauser Schützenbund 1862


Ziel der Ringgemeinschaft war es, und ist es auch noch heute, die Tradition des Schießens zu pflegen und zu gemeinsamen Wettkämpfen anzutreten und eine Absprache über bevorstehende Veranstaltungen der einzelnen Vereine abzustimmen.

Auch im Schützenbund wurde ein neuer Vorstand gewählt. Als Nachfolger von Wilhelm Nehring wurde Wilhelm Igloffstein zum 1. Vorsitzenden gewählt. Als 1. Kassierer wurde Helmut Nehring und als 1. Schriftführer Wilhelm Müller gewählt.


1958

Im Jahre 1958 wurde erneut ein Schützenfest gefeiert. Erstmals in der Geschichte des Linden – Dahlhauser Schützenbundes fand das Königsschießen eine Woche vor dem Schützenfest statt. Dieser Brauch wird auch bis heute gepflegt und beibehalten. In diesem Jahr wurde Joseph Bruns Schützenkönig. Er wählte Meta Thöne zu seiner Königin. In den folgenden Jahren wurde am Schießstand und am Vereinsheim ständig weiter gebaut und modernisiert. So erhielt der Schießstand auch seine erste elektronische Scheibenzuganlage.

1966

Im Jahre 1966 gab es eine Änderung im Vorstand. Als 1. Kassierer wurde Friedrich Botterbusch gewählt.

1967

So verging die Zeit, bis 1967. Ein neues Schützenfest wurde gefeiert. Den Königsschuß gab in diesem Jahr der Schützenbruder Horst Rhönisch ab, der seine Frau Emmi zur Königin wählte.

1969

Dieter Portmann wurde als 1. Kassierer in den Vorstand gewählt.

1970

Im Jahre 1970 gelang es Horst Rhönisch den Titel des „Schützenkönigs von Linden und Dahlhausen“ zu erringen. Er war somit der erste König von Linden und Dahlhausen, im zweiten Jahr der Durchführung, den der Schützenbund stellte.

1971

Das Jahr 1971 brachte wieder Veränderungen im Vorstand mit sich. Wilhelm Igloffstein wurde als 1. Vorsitzender bestätigt. Dieter Portmann wurde 1. Schriftführer und Wilhelm Nehring 1. Kassierer.

1972


Mit dem Jahre 1972 begann eine neue Ära für den Linden – Dahlhauser Schützenbund. Zwei große Ereignisse prägten dieses Jahr. Das erste, für die Zukunft des Vereins bedeutende Ereignis, war der Beitritt in den Deutschen Schützenbund. Ab diesem Zeitpunkt konnte der Schützenbund an offiziellen Meisterschaften teilnehmen. Die folgenden Jahre zeigten dann auch, daß die Schützen des Vereins in den Jugend- und Schützenklassen viele Erfolge verbuchen konnten. Das Zweite war das 110-jährige Bestehen, das wieder mit einem 3-tägigen Schützenfest mit Königsschießen gefeiert wurde. Dieter Portmann war es, der den Vogel von der Stange schoß. Seine Frau Ute wurde seine Königin. Es war zu diesem Zeitpunkt das jüngste Königspaar das der Vereine in seiner bisherigen Geschichte hatte.

In der Folgezeit blühte und gedieh der Verein prächtig. Besonders auf dem sportlichen Sektor waren die Schützen sehr erfolgreich. Ob bei Rundenwettkämpfen innerhalb des Schützenkreises, bei Meisterschaften oder bei Wettkämpfen innerhalb der Ringgemeinschaft oder auch mit Vereinen außerhalb der Ringgemeinschaft war der Schützenbund immer mit an den vordersten Plätzen zu finden.


Im Jahre 1973 konnte der Verein endlich einen neuen Luftgewehrschießstand einweihen. Bisher wurde auf einem provisorischem Schießstand, mit nur zwei Schießbahnen, auf der Kegelbahn der Gaststätte „Scheidmann“ geschossen.

Von nun an verfügte man über einen Luftgewehrschießstand mit 6 Schießbahnen, der in der Scheune des damaligen Vereinslokals „Haus Schwager“ errichtet werden konnte.

Im Jahre 1975 wurde Gerhard Lücking als 1. Kassierer in den Vorstand gewählt.

Die Jahre vergingen bis 1977. In diesem Jahr konnte der Verein sein 115–jähriges Bestehen feiern. Ein neues Schützenfest stand ins Haus. Mit dem 689.

Schuß wurde Dieter Tylinski neuer Schützenkönig. Er wählte seine Frau Karin zu seiner Königin.

Im Jahr 1978 konnte der Schützenbund zum zweiten Mal, wiederum mit Horst Rhönisch, den Schützenkönig von Linden und Dahlhausen stellen. Die Erringung dieses Titels war für Dieter Portmann Anreiz sich im Jahre 1980 besonders anzustrengen als es galt einen neuen Schützenkönig von Linden und Dahlhausen zu ermitteln. So war es ihm vergönnt den Königsschuß in diesem Jahr abzugeben.

Im Jahre 1979 begann, die wie sich später herausstellen sollte die 27-jährige Amtszeit von Dieter Portmann als 1. Vorsitzender. Karl-Heinz Fliegner wurde als 1. Schriftführer gewählt und Gerhard Lücking in seinem Amt als 1. Kassierer bestätigt. Zum 2. Vorsitzenden wurde Helmut Mageney, zum 2. Schriftführer Wilfried Klee und zum 2. Kassierer Dieter Littmann gewählt.

Die 3-jährige Regentschaft von Dieter und Karin Tylinski ging im Jahre 1980 mit einem Schützenfest mit Königsschießen zu Ende. Im letzten Jahr seiner Regentschaft für den Schützenbund gelang es Dieter Tylinski 1980 Schützenkönig von Linden und Dahlhausen zu werden.

Dieter Littmann wurde neuer Schützenkönig. Es war nach Dieter Portmann und Dieter Tylinski der dritte Dieter hintereinander der Schützenkönig des Vereins wurde. Er nahm seine Frau Dorle zur Königin. Als Adjudantenpaar standen ihm Albert und Christel Höbusch zur Seite.

Das Jahr 1982 brachte wieder eine Veränderung im Vorstand. Wilfried Klee wurde als 1. Schriftführer gewählt. Sein Nachfolger als 2. Schriftführer wurde Siegfried Eigenbrodt.

Als es im Jahre 1983 galt einen neuen Schützenkönig zu ermitteln, da war es der Adjudant aus der vorherigen Regentschaft Albert Höbusch der den Königsschuß abgab. Seine Frau Christel war es, die ihm als Königin zur Seite stand.

Dieter Littmann war es 1984, ein Jahr nachdem er als Schützenkönig des Vereins seine Regentschaft beendet hatte, den Titel des Schützenkönigs von Linden und Dahlhausen zu erringen.

Das Jahr 1985 stand ganz im Zeichen der Einweihung des neuen Luftgewehrschießstandes in der Donnerbecke. Nach zweijähriger Bauzeit konnte der neue Luftgewehrstand, der über 6 Schießbahnen verfügt, endlich in Betrieb genommen werden. Somit war es dem Schützenbund gelungen die zwei Sportarten des Vereins, Luftgewehr und Kleinkaliber unter einem Dach zu vereinigen. Die Möglichkeit im gleichen Haus Kleinkaliber und Luftgewehr schießen zu können wurde von den Schützen mit großer Begeisterung aufgenommen.

In diesem Jahr war es Dieter Tylinski, dem es gelang den Titel des Schützenkönigs von Linden und Dahlhausen für ein weiteres Jahr in die Donnerbecke zu holen. Er war der zweite König bzw. Exkönig, nach Horst Rhönisch, der den Vogel zum zweiten Mal von der Stange schoß.

Im Jahre 1985 begann die 15-jährige Amtszeit von Dieter Panfil als 1. Schriftführer. Heinz Buschmann wurde zum 2. Vorsitzenden und Hans-Friedrich Mageney zum 2. Schriftführer gewählt. Die Bautätigkeit in der Donnerbecke wollte kein Ende nehmen. Der Entschluss wurde gefasst, den Kleinkalinerstand von drei auf fünf Bahnen zu erweitern. Die Bautätigkeit war im Jahre 1987 abgeschlossen und der Schützenbund konnte stolz darauf sein, seinen Mitgliedern von nun an optimale Schießbedingungen bieten zu können. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, das 1987 der amtierende Schützenkönig Albert Höbusch sich im letzten Jahr seiner Regentschaft auch den Titel des Schützenkönigs von Linden und Dahlhausen sicherte.

Das 125-jährige Vereinsjubiläum wurde im gleichen Jahr mit einem großen Zeltfest auf dem Kirmesplatz an der Lindener Str. gefeiert. Als Dieter Panfil den Vogel unter großem Jubel von der Stange schoß, war er der 11. König des Vereins. Er wählte seine Frau Elisabeth zur Königin.

Leider hatte nicht jeder Lindener Bürger Verständnis für die Feierlichkeiten und das Zeltfest. Ein Lindener Bürger hatte Anzeige bei der Polizei wegen Ruhestörung erstattet. Das Fest konnte somit nicht in der Ausgelassenheit und Fröhlichkeit wie es sonst üblich ist gefeiert werden. Ein weiterer Wermutstropfen beeinträchtigte das Fest, als die Werbegemeinschaft uns am Montag kläglich im Stich ließ. Somit war die Laune endgültig verdorben.

In dieser Zeit wurde auch die Freundschaft mit dem Bürgerschützenverein in Weener (Ostfriesland) gefestigt. Mit gegenseitigen Besuchen wurde die Freundschaft aufrecht erhalten und vertieft.

Da der Schützenbund aufgrund der Vorkommnisse beim Zeltfest 1987 beschlossen hatte von nun an kein Zeltfest mehr zu feiern, wurde größeres Gewicht auf das Königsschießen gelegt.

Das Schießen um den Titel des Schützenkönigs von Linden und Dahlhausen im Jahre 1988 wurde für Dieter Littmann zum großen Erfolg. Ihm gelang es als dritter König des Schützenbundes den Königstitel zum zweiten Mal sein eigen nennen zu können.

Auch im Jahre 1989 wurde wie immer fleißig in und an unserem Vereinsheim gebaut und renoviert bzw. das Vereinsheim wurde durch verschiedene Anschaffungen verschönert. Zu diesen Arbeiten gehörten die Vergrößerung des Parkplatzes, sowie die Verkleidung der Vorderfront des Vereinsheimes mit Holz. In diesem Jahr wurde auch ein Telefonanschluß installiert. Angeschafft wurde ein neuer Waffenschrank, der den Verein auch finanziell stark belastete. Stolz waren alle Mitglieder darauf, das drei neue Kleinkalibergewehre angeschafft werden konnten.

Auch im Jahr 1990 wurde das Vereinsheim verschönert. Es konnten komplett neue Stühle angeschafft werden. Ein großer Erfolg war das Pokalschießen beim BSV Andreas Hofer anläßlich der Eröffnung des Schießstandes an der Hattinger Str.. Von den ausgesetzten 8 Pokalen konnten unsere Schützen 6 Pokale gewinnen.

Das Jahr 1991 verging nicht ohne das am Schießstand und am Vereinsheim verschiedene Arbeiten erledigt werden mußten. So wurden u.a. die Blenden in den Schießbahnen erneuert bzw. ausgebessert. Stolz war man auf die Installation eines festen Vordaches vor unserem Vereinsheim. Um eine ordnungsgemäße Füllung des Gastankes weiterhin zu ermöglichen, mußte dieser in das Gelände hinter das Vereinsheim versetzt werden. Von nun an kann die Befüllung vom oberen Weg erfolgen.

Das nächste Schützenfest mit Königsschießen fand im Jahre 1992 statt. Alle befreundeten Vereine wurden zum Königsschießen in die Donnerbecke eingeladen. Es wurde eine harmonische Feier, die von allen Beteiligten begrüßt wurde. Besonders unvergessen wird dieses Königsschießen für den Schützenbruder Walter Thölen bleiben. Ihm war es vergönnt den Vogel von der Stange zu schießen. Zusammen mit seiner Frau Helga übernahm er die Regentschaft für die nächsten fünf Jahre.

Diese Regentschaft war überschattet von dem Austritt des Adjudantenpaares, welches aus persönlichen Gründen den Verein verließ. Das Königspaar mußte somit fast vier Jahre ohne die Unterstützung des Adjudantenpaares auskommen. Aber im Rückblick muß man dem Königspaar zugestehen, das es dieses Handicap ganz hervorragend gelöst hat.

 


Von den Arbeiten, die im Jahre 1993 auf dem Vereinsgelände durchgeführt wurden, ist besonders das Aufbringen von ca. 140 Tonnen Schlackensand auf dem Parkplatz und dem Zugangsweg zu erwähnen.

Im Jahre 1994 war es Dieter Portmann, der es sich nicht nehmen ließ, sich den Titel des Schützenkönigs von Linden und Dahlhausen auch zum zweitenmal zu sichern. Carsten Thölen wurde zum 2. Kassierer in den Vorstand gewählt.

Das Jahr 1995 bleibt für den Verein nicht in guter Erinnerung. Das mit viel Liebe und Sorgfalt hergerichtete und gepflegte Vereinsheim wurde zweimal in diesem Jahr von Einbrechern heimgesucht. Bei den Einbrüchen entstand erheblicher Sachschaden. Um Einbrüche zukünftig zu erschweren wurden die Blendläden an den Fenstern erheblich verstärkt.

Die alte Vereinsfahne, die im Jahre 1930 angeschafft und geweiht wurde wies deutliche Verschleißerscheinungen auf. Bereits mehrfach hatte man die Fahne repariert. So wurde der Entschluß gefaßt eine neue Fahne anzuschaffen und der alten Fahne einen Ehrenplatz im Vereinsheim zu geben. Nachdem verschiedene Angebote eingeholt waren, entschloß man sich im Vorstand den Auftrag an die Firma Fahnen Scheer zu geben. Das vom Verein vorgelegte Konzept wurde von Herrn Scheer in eine Zeichnung und dann in eine wunderschöne, neue Fahne umgewandelt. Vor allen Dingen die Rückseite der neugestalteten Fahne mit dem Bochumer Wappen und den Linden und Dahlhauser Symbolen,
fand überall Anerkennung und Zuspruch. Am 1. Juni 1996 wurde die neue Fahne dann feierlich eingeweiht. Zu dieser Feierstunde erschienen die Vertreter der beiden Kirchen, der Bezirksvorsteher Bochum-Südwest, Manfred Wittmann, der Kreisvorsitzende des Schützenkreises Bochum-Wattenscheid-Hattingen Peter Buchinger und der Bezirksehrenvorsitzende Günter Detlof, der die eigentliche Weihe der Fahne vornahm. Neben den Fahnenkommandos der befreundeten Vereine waren auch zahlreiche Gäste in der Donnerbecke zu begrüßen.

Nach der Fahnenweihe begannen im Verein die Vorbereitungen für das Schützenfest im Jahre 1997.

Am 14.06.1997 war es dann soweit. Der Linden – Dahlhauser Schützenbund 1862 e.V. wurde 135 Jahre alt. Dieses Ereignis war der Anlaß für ein Jubiläumsschützenfest mit Königsschiessen. Nach zähem Ringen um die Pfänder traten alle Offiziere zum Schießen um die Königswürde an. Es wurde ein spannender Wettkampf, den unser Schützenmajor Rudolf Eifel mit dem Königsschuss für sich entscheiden konnte. Ein lang ersehnter Wunsch ging für ihn in Erfüllung. Er wählte seine Frau Christa zur Königin. Als Adjudantenpaar standen ihnen Klaus und Margret Schömer zur Seite.

Ein Jahr später gelang es Dieter Tylinski nach den Jahren 1982 und 1985 im Jahre 1998 zum drittenmal Schützenkönig von Linden und Dahlhausen zu werden. Er war zu diesem Zeitpunkt der erste König bzw. Exkönig dem es gelungen war, den Titel zum drittenmal zu gewinnen.

In diesem Jahr wurden größere Baumaßnahmen am Vereinsheim durchgeführt. Der Fußboden wurde komplett erneuert. Die Erde wurde ca. 60 cm tief ausgehoben und mit Asche und Dämmstoffen wieder aufgefüllt. Dazu wurde eine Beton- und Estrichschicht aufgetragen. Auch die Außenterrasse wurde begradigt und eine Betonschicht aufgebracht.

Gerade mal ein Jahr war vergangen, als Albert Höbusch der Meinung war, ihm fehle noch der Titel eines Schützenkönigs von Linden und Dahlhausen. Mit einem gehörigen Schuß Ehrgeiz, aber auch mit dem nötigen Können und dem dazugehörigen Quentchen Glück, gelang es ihm 1999 nach 1987 zum zweitenmal den Königsvogel von der Stange zu schießen. Für ein Jahr war er der Schützenkönig von Linden und Dahlhausen.

Die Außenterrasse erhielt eine Estrichschicht und ein neues Geländer. In diesem Jahr wurde Dieter Schottner zum 2. Kassierer gewählt.

Das Jahr 2000 war überschattet vom Tod unseres 2. Vorsitzenden Heinz Buschmann. Er verstarb am 05.05. nach längerer Krankheit. Seit 1985 war Heinz Buschmann als 2. Vorsitzender im Verein tätig. Sein Tod hat im Verein eine tiefe Lücke hinterlassen. Die Zusammensetzung des geschäftsführenden Vorstandes hat sich im Jahre 2000 ebenfalls geändert. Klaus Hipler löste den langjährigen Schriftführer Dieter Panfil ab. Die Vereinssatzung wurde überarbeitet und auf einer außerordentlichen Hauptversammlung von den Mitgliedern verabschiedet. Für den verstorbenen Heinz Buschmann wurde Jürgen Nehring als 2. Vorsitzender gewählt. Aus den durchgeführten Arbeiten ist besonders die Installation einer neuen Heizungsanlage zu erwähnen. Im Jahr 2001 gelang es erstmalig einem König bzw. Exkönig des Vereins den Titel des Kreisschützenkönigs zu erringen. Dieter Portmann war es, der den Vogel in der Donnerbecke von der Stange schoß. Beim Kreisschützenball in Holthausen wurde er feierlich inthronisiert. Endlich konnten auch in diesem Jahr die Arbeiten an der neugestalteten Damentoilette abgeschlossen werden.

Das Jahr 2002 bleibt in guter Erinnerung. Dies hat mehrere Gründe. Der Verein feierte sein 140-jähriges Bestehen mit einem Königsschießen und einem Schützenfest. Am 29.06. war es soweit. Auf dem Schießstand in derDonnerbecke sollte ein neuer Schützenkönig ermittelt werden. Bevor jedoch der erste Schuß fiel, wurde wie es Tradition ist, zunächst am Ehrenmal auf dem Friedhof in der Donnerbecke ein Kranz niedergelegt. Anschließend wurde in einem Festzug durch Linden nochmals die Bevölkerung auf das bevorstehende Königsschießen aufmerksam gemacht. Mit musikalischer Begleitung wurde der Schützenvogel durch Linden getragen, bevor er auf dem Stand in der Donnerbecke seine Federn fallen lassen mußte. Nach 6 Stunden und 30 Minuten, mit dem 527. Schuß stand der neue König fest. Dieter Portmann war es, der diesen Schuß abgab. Er wählte Margret Schömer zu seiner Königin.

Dieter Portmann war der erste König in der Geschichte des Vereins, der diesen Titel zum zweitenmal erringen konnte.

Zahlreiche Gäste und Schützen erschienen am 06.07. in der Aula des „Theodor-Körner-Gymnasiums“ um das 140-jährige Bestehen des Vereins und die Inthronisierung des neuen Königspaares entsprechend zu feiern. Peter und Marion Eifel erklärten sich bereit dem Königspaar während seiner Regentschaft als Adjudantenpaar zur Seite zu stehen.

Durch die Verlegung eines neuen Abwasserkanals, der auch u.a. über das vereinseigene Grundstück führt, wurde durch die Stadt Bochum eine neue Zufahrt zu unserem Schießstand geschaffen. Zusätzlich wurde ein neuer Parkplatz geschaffen, der auch durch den Verein genutzt werden kann.

Die Arbeiten am Vereinsheim und am Schießstand gingen weiter. Am KK-Stand wurde eine neue Abdeckung geschaffen. Die Stände sind so vor den Witterungseinflüssen besser geschützt und eine bessere Ausleuchtung des Standes ist möglich.

Im Jahre 2004 war es Walter Thölen, der sich als neuer Schützenkönig von Linden und Dahlhausen feiern lassen konnte. Für den Linden Dahlhauser Schützenbund war es der sechste König bzw. Exkönig der den 12. Königstitel in die Donnerbecke holte. Ein Pokalschießen, welches aus Anlaß des 50. Jahrestages der Wiedereröffnung des Schießstandes in der Donnerbecke durchgeführt wurde, war ein großer Erfolg. Insgesamt 18 Pokale wurden ausgeschossen.

Eine große Anzahl an Schützen beteiligte sich an diesem Schießen. Bedauerlich ist aber die Tatsache das sich nur eine ganz geringe Anzahl an Bürgerinnen und Bürger aus Linden und Dahlhausen an dem Schießen beteiligten.

Im Jahre 2005 begann für den Schützenbund ein neuer Abschnitt in der Vereinsgeschichte. Erstmals in der Geschichte des Vereins wurde eine Mitgliedschaft von Frauen möglich. Im Zeichen der Zeit und im Rahmen der schwindenden Mitgliederzahlen haben nun auch Frauen die Möglichkeit Vereinsmitglied zu werden. Die Arbeiten am Vereinsheim wurden wie in jedem Jahr, auch in diesem Jahr weitergeführt. Die Giebelaußenwand wurde isoliert und neu verkleidet. Ebenso wurden die Schlagläden komplett erneuert.

Das Jahr 2006 brachte einen Wechsel im Vorstand. Dieter Portmann stellte sich nach 27 Jahren als 1. Vorsitzender und Gerhard Lücking nach 31-jähriger Tätigkeit als 1. Kassierer nicht mehr zur Wahl. Neuer 1. Vorsitzender wurde Klaus Eifel und neuer 1. Kassierer wurde Dieter Schottner. Dieter Portmann war bereit sein Wissen um das Schützenwesen und um den Verein als 2. Vorsitzender weiter zur Verfügung zu stellen. Als neuer 2. Kassierer wurde Peter Eifel gewählt. Zu Erhaltung und Verbesserung unseres Vereinsheimes wurden auch 2006 wesentliche Arbeiten durchgeführt. Die gesamte Dachanlage wurde mit Trapezblechen verkleidet.

In diesem Jahr wurde auch erstmalig der Kontakt mit dem BSV Nienburg an der Weser aufgenommen. Am 23.09.06 besuchten wir mit ca. 30 Schützen und Schützinnen die Nienburger. Es wurden neue freundschaftliche Kontakte geknüpft die in weiteren gegenseitigen Besuchen vertieft werden sollen.


Am 4.August 2007 war es dann soweit. Der 15. Schützenkönig des Vereins wurde ermittelt. Wie es bei den Schützenfesten mittlerweile zu einem festen Bestandteil geworden ist, trafen sich die Offiziere des Vereins am frühen Morgen um am Ehrenmal auf dem Friedhof in der Donnerbecke einen Kranz niederzulegen. Im Anschluss daran sammelten sich die Mitglieder des Vereins um in einem Festumzug durch Linden die Bevölkerung auf das bevorstehende Königsschiessen aufmerksam zu machen. Der Königsvogel wurde den Schützen voran getragen.

Nach der Rückkehr der Schützen zum Schiessstand wurde der Vogel aufgestellt und das Schiessen konnte beginnen. Nach und nach musste der Vogel seine Trophäen fallen lassen. Nach einer reinen Schiesszeit von 4 Std und 32 Minuten und nach Abgabe von 456 Schüssen stand der ursprünglich so stolze Vogel nur noch mit seinem Rumpf.

Es dauerte danach nocheinmal 80 Minuten als beim 237. Schuss der neue Schützenkönig des Vereins feststand. Klaus Hipler war der glückliche Schütze. Er wählte seine Frau Christa zur Königin.

Eine Woche später wurde das neue Königspaar in der bis auf den letzten Platz gefüllten Aula des Schulzentrums Südwest inthronisiert. Als Adjudantenpaar stellten sich Marion und Peter Eifel für eine weitere Amtszeit zur Verfügung.

Im Jahr 2007 konnte die Ringgemeinschaft auf ihr 50-jähriges Bestehen zurückblicken. Mit einer Feier im Saalbau Wibbecke wurde dieses Jubiläum gefeiert.

Im Laufe des Jahres hatten verschiedene Gespräche mit dem Vorsitzenden des VDK Bochum-Linden stattgefunden. Es ging um die Aufbewahrung der alten Fahne des Artillerie-Vereins Bochum-Dahlhausen. Unser Verein erklärte sich bereit die alte Fahne in seine Obhut zu nehmen und im Vereinsheim einen entsprechenden Platz zur Aufbewahrung zu schaffen.

Im Jahre 2010 zeigte das Training unserer Schützen besondere Früchte. Erstmalig konnten sich verschiedene Schützen unseres Vereins (besonders aus unserer Jugendabteilung) für die Landesmeisterschaften qualifizieren.

In den Jahren 2007 bis 2011 nahmen unsere Schützen an den Schiessen der Ringgemeinschaft sowie an den Wettbewerben der Stadt Bochum, des Schützenkreises und des Schützenbezirks sowie auch im Jahr 2011 wieder an den Landesmeisterschaften teil.

Die Arbeit der Jugendleiter trug in diesen Jahren reichlich Früchte. Unsere Jugend gehört zu den stärksten Jugendabteilungen im gesamten Schützenkreis. Dies gilt sowohl von der Anzahl der Mitglieder als auch von den Leistungen her.

Im Jahr 2010 war es unser Schützenbruder Walter Thölen, dem es gelang beim Kreiskönigsschiessen mit dem Luftgewehr den Titel des Kreisschützenkönigs zu erringen.

Im Jahr 2011 richtete unser Verein das Kreiskönigsschiessen mit demKK-Gewehr aus. Wie bereits im Vorjahr stellte auch in diesem Jahr 2011 unser Verein den Kreisschützenkönig.

Dieter Portmann hieß der Schütze, der den Heimvorteil ausnutzen konnte und den Vogel von der Stange schoss. Für ein Jahr wird er nun den Schützenkreis Bochum-Wattenscheid-Hattingen repräsentieren.

Das Jahr 2012 hatte für den Verein eine besondere Bedeutung. In diesem Jahr konnten wir auf unser 150-jähriges Bestehen zurückblicken.

Am 26.05 2012 trafen sich die Schützen bei herrlichem Sonnenschein um den 16. Schützenkönig des Vereins zu ermitteln. Die Offiziere des Vereins trafen sich vor Beginn des Festumzuges am Friedhof in der Donnerbecke. Gemeinsam marschierten sie zum Ehrenmal für die gefallenen Soldaten um, nach alter Tradition, einen Kranz niederzulegen.

Um 10.00 Uhr begann der Festumzug. Begleitet vom Fanfarenzug der Ruhrlandbühne und der Tanzgarde sowie sowie der Schützenvereine SG Post Linden, BSV Blau-Weiß 05 Oberdahlhausen, BSV Munscheid 1891 und einer Abordnung der Brenscheder Bauern 1976 e.V. zogen die Schützen durch Linden. Voran getragen wurde der Königsvogel, gefolgt von der Vereinsfahne und der zweispännigen Kutsche mit dem Königspaar Klaus I. und Christa II. Hipler mit seinem Adjudantenpaar Peter und Marion Eifel. Nachdem der Festumzug um 10.45 Uhr in der Donnerbecke ankam nahm das Königspaar die Parade der vorbeimarschierenden Schützen ab. Anschließend wurde der Königsvogel aufgestellt und das Schiessen konnte beginnen.

Um 11.30 Uhr wurde der erste Schuss auf die Krone abgegeben. Am Schiessen auf die Krone konnten sich nur die Offiziere des Vereins beteiligen. Nach 30 Minuten und mit dem 42. Schuss konnte Sven Thölen die Krone abschiessen. Nach einer kurzen Pause begann um 12.30 Uhr das Schiessen auf das Zepter. Um 13.36 Uhr mit dem 86. Schuss war es Renate Beutel, die das Zepter abschoss. Anschliessend begann das Schiessen auf den Reichsapfel. Nachdem der erste Schuss um 13.50 Uhr abgegeben wurde, dauerte es bis um 14.56 Uhr als mit dem 85. Schuss Wolfgang Beutel den Reichsapfel vom Vogel schoss.

Nun begann das Schiessen auf den rechten Flügel. Hier dauerte es von 15.05 bis 16.50 Uhr und 237 Schüsse mussten abgefeuert werden um den Flügel abzuschiessen. Dieter Kozak war der glückliche Schütze. Als letztes Pfand musste der linke Flügel abgeschossen werden. Das Schiessen auf dieses Pfand begann um 16.00 und endete mit dem 260. Schuss um 17.57 Uhr. Es war Rudolf Eifel der das letzte Pfand sein eigen nennen darf.

Um 18.20 Uhr begann dann das Schiessen um den Titel des 16. Schützenkönigs des Vereins. Zwölf Schützen hatten sich auf dem Schiessstand eingefunden um den Vogel von der Stange zu schiessen. Aber nach und nach strichen die Anwärter die Segel. Als es in die entscheidende Phase ging waren nur noch Klaus und Peter Eifel übriggeblieben.. Es dauerte dann 86 Minuten bis der Vogel fiel. Es waren 169 Schuss nötig um den neuen König zu ermitteln.

Klaus Eifel hatte das Gewehr angelegt und die richtige Stelle getroffen um den Vogel von der Stange zu schiessen. Unter lautem Jubel wurde der neue König beglückwünscht. Er konnte sich der vielen Gratulanten kaum erwehren. Jeder wollte dem neuen König gratulieren. Anschliessend wurde ihm der Rumpf des abgeschossenen Vogels überreicht. Er wählte seine Gattin Iris zur Königin.

Am 02.06.2012 wurden Klaus II. und Iris I. Eifel als 16. Königspaar des Linden – Dahlhauser Schützenbundes 1862 im Landhaus Wibbecke inthronisiert.

Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt, als die Königspaare der Gastvereine und das alte Königspaar der 1862er Klaus I. und Christa II. Hipler mit ihrem Adjudantenpaar Peter und Marion Eifel sowie das neue Königspaar Klaus II. und Iris I. Eifel mit ihrem Adjudantenpaar Stefan Kampmann und Verena Kliem einmarschierten.

Nachdem die Königspaare auf dem Thron Platz genommen hatten hielt der 2. Vorsitzende des Vereins Hans-Friedrich Mageney die Festrede. Er ging in kurzen Worten auf die 150-jährige Geschichte des Linden – Dahlhauser Schützenbundes 1862 ein und berichtete anschließend vom Königsschiessen, welches am 26.05.2012 auf unserem Schiessstand stattgefunden hatte.

Im Anschluss daran wurde die Inthronisierung von der Vizepräsidentin des Westfälischen Schützenbundes Regina Vongehr vorgenommen. Die Königskette des Vereins, die in den 30er Jahren angeschafft wurde, wurde dem neuen Schützenkönig Klaus Eifel umgelegt. Auch die Königin Iris Eifel bekam als Zeichen ihrer Königinnenwürde die Krone aufgesetzt.

Als erste Amtshandlung konnte der neue König dem alten Königs- und Adjudantenpaar Orden als Dank für ihre Zeit der Regentschaft überreichen.

Die Pfänderschützen Sven Thölen, Renate Beutel, Wolfgang Beutel, Dieter Kozak und Rudolf Eifel die in dieser Folge die Pfänder Krone, Zepter, Reichsapfel, linker Flügel und rechter Flügel abgeschossen hatten erhielten die entsprechenden Anstecknadeln.

Der Leiter des Offizierscorps Dieter Portmann, im Range eines Oberst, konnte folgende Beförderungen aussprechen: Zum Unteroffizier wurden ernannt Manuela Höger, Helga Thölen und Marion Eifel. Zum Feldwebel wurde Günter Krispin befördert. Zum Leutnant wurde Dieter Schottner und zum Oberleutnant Stefan Kampmann und Dieter Kozak befördert. Peter Eifel und Klaus Hipler wurden zum Hauptmann befördert. In Abwesenheit wurde Harald Haase zum Haupfeldwebel befördert.

Zu guter letzt wurden im offiziellen Teil des Abend die Jubilare des Vereins geehrt.

Aus der Hand der Vizepräsidentin des Westfälischen Schützenbundes, Regina Vongehr, erhielten die Jubilare die Urkunden des Deutschen Schützenbundes und die dazugehörigen Anstecknadeln.

Vom Verein konnte der König und 1. Vorsitzende Klaus Eifel ebenfalls Urkunden, Jubiläumsnadeln und Blumen überreichen. Geehrt wurden für 25 Jahre Vereinszugehörigkeit Dieter Schottner, für 40 Jahre Hans-Friedrich Mageney, für 50 Jahre Dieter Portmann und für 60 Jahre Gerhard Lücking und Rudolf Eifel. Die beiden letztgenannten wurden zu Ehrenmitglieder ernannt.

Leider nicht anwesend waren Wilhelm Jansen (25 Jahre) und Herbert Sievering (40 Jahre).

Natürlich beteiligten sich unsere Schützen wie immer an den Schiessen der Ringgemeinschaft sowie an den Veranstaltungen der Vereine der Ringgemeinschaft und der befreundeten Vereine. Wenn auch die Zahl der Schützen, die sich an den Meisterschaften des Schützenkreises des WSB beteiligen abnimmt, so konnten doch gute Ergebnisse erzielt werden. Erfreulicherweise konnten wir die ersten Plätze beim KK-Vorstandsschiessen, dem KK-Ringpokalschiessen und dem Jubiläumspokalschiessen belegen. Lediglich beim LG-Vorstandsschiessen mussten wir uns dem BSV 05 Oberdahlhausen geschlagen geben.

So ging das Jubiläumsjahr 2012 erfolgreich vorüber.

Etwas ruhiger verlief das Jahr 2013. Auch in diesem Jahr konnten wir Erfolge beim KK-Vorstandsschiessen und dem Jubiläumspokalschiessen verzeichnen. Beim KK-Ringpokalschiessen schossen wir als Vorjahressieger außer Konkurrenz, erzielten aber die höchste Ringzahl. Wie bereits im Vorjahr belegten wir hinter 05 Oberdahlhausen den 2. Platz beim LG-Vorstandsschiessen.

Unser König Klaus Eifel konnte bereits im ersten Jahr seiner Teilnahme am Schiessen um den Titel des „Königs von Linden und Dahlhausen“ den Vogel von der Stange schiessen. Mit diesem Titel errang ein König des Vereins zum 15. Mal die Königswürde.

Bei Festen, wie dem Damenkaffeetrinken und dem Sommerfest verbrachte die Schützenfamilie viele frohe gemeinsame Stunden. Besonderen Anklang fanden das traditionelle Weihnachts- und das Osterfrühstück. Auch in diesem Jahr wurden die Kontakte mit den befreundeten Vereinen vertieft.

 

Linden-Dahlhauser Schützenbund 1862 e.V.

Einer der ältesten Schützenvereine des Bochumer-Südwesten
Kontakt: info@lida1862.de